Früh übt sich

Ernährungsbildung: In den ersten zehn Lebensjahren erlernen Kinder das Ernährungsverhalten, das ihre lebenslangen Essgewohnheiten prägt. Kindertagesstätten/Kinderbetreuungsstätten und Schulen können dabei helfen und frühzeitig die richtigen Weichen stellen.

Kinder sind experimentierfreudig – auch in der Küche. Es macht ihnen Spaß, wenn sie zusammen mit Mama oder Papa Dips anrühren, Teig kneten oder Obst und Gemüse schnippeln. Doch immer weniger Kinder machen diese wertvolle Erfahrung. Kitas/Kinderbetreuungsstätten und Schulen können diese Lücken schließen – mit einer frühzeitigen Ernährungsbildung, die für eine ausgewogene Ernährung im Erwachsenenalter sorgen kann.

In keiner anderen Lebensphase ist die Ernährung so wichtig wie im Kindesalter. Eine ausgewogene Ernährung sichert das Wachstum, stärkt das Immunsystem vor und fördert einen gesunden Lebenstil.

Zudem erlernen Kinder in den ersten zehn Lebensjahren ein Ernährungsverhalten, das ihre lebenslangen Essgewohnheiten prägt.

Genau hier setzt die Ernährungsbildung an. Sie vermittelt Kindern wichtiges Wissen über die Herkunft und die Verarbeitung von Lebensmitteln und ermöglicht ihnen die Erfahrung von Essen und Trinken als Gemeinschaftserfahrung. Zudem schult sie die Sinne, übt den bewussten Umgang mit Lebensmitteln ein und führt die Kinder an die Zubereitung von Speisen heran.

Wichtige Chance für Kitas/ Kinderbetreuungsstätten und Schulen

Insbesondere in der Ernährungsbildung in Kitas/ Kinderbetreuungsstätten und Grundschulen steckt großes Potenzial.

Ein ausgewogenes Angebot an Lebensmitteln, einfache Sinnesexperimente sowie das gemeinsame Essen am Tisch fördern ein gesundes Ess- und Trinkverhalten. Das ist wichtig, da in immer mehr Familien die Kompetenz in der Nahrungszubereitung verloren geht, während gleichzeitig unverbindliche Essenszeiten und eine Individualisierung des Essens zunehmen. Eine frühzeitig beginnende Ernährungsbildung in den Kitas/Kinderbetreuungsstätten, den Grundschulen in Deutschland oder den Volksschulen in Österreich kann diese Defizite ausgleichen. Außerdem besteht in dieser Phase meist ein enger Kontakt mit den Familien. So können wichtige Impulse gegeben werden, die den gesamten Ernährungsalltag der Kinder positiv beeinflussen.

Funktionierende Programme zeigen Möglichkeiten und Grenzen

Zwar erhält eine deutliche Mehrheit der in Kitas, Grund- und Volksschulen betreuten Kinder eine Mittagsverpflegung. Die Chancen, Kitas/ Kinderbetreuungsstätten und Schulen als Orte der Ernährungsbildung zu nutzen, wird allerdings noch nicht ausreichend genutzt.

Dass es auch anders gehen kann, verdeutlicht seit einigen Jahren das Schulprogramm, für das die Mitglieder der „5 am Tag“-Initiative in Deutschland und Österreich lange Jahre Überzeugungsarbeit geleistet haben. Inzwischen fördert die Europäische Union dieses Projekt.

So kommen Grund- und Volksschüler in Deutschland und in Österreich in den Genuss von kostenlosem Obst oder Gemüse sowie einem Milchprodukt pro Woche.

Hintergrund auch hier: Der verstärkte Verzehr von Obst und Gemüse kann das Risiko für bestimmte Krankheiten, Adipositas, Bluthochdruck und koronare Herzkrankheiten, verringern.