Voller Power: der Apfel

Knallgrün oder leuchtend rot, mehlig oder knackig, süß oder sauer – Äpfel gehören zu den vielseitigsten Früchten der Welt. Und wenn man etwas genauer hinschaut, stecken sie voller Überraschungen.

Weltweit gibt es mehr als 30.000 Apfelsorten. Allein in Deutschland sollen es fast 2.000 sein, in Österreich sogar noch mehr. Wir stellen Ihnen die beliebtesten Sorten vor und verraten Ihnen wissenswerte und kuriose Fakten rund um die beliebte Powerfrucht, die sogar Apfelfans überraschen dürften. Oder wussten Sie zum Beispiel, dass Äpfel – botanisch gesehen – zu den Rosengewächsen gehören?

Der Apfel ist des Deutschen liebstes Kind – zumindest, wenn es um Früchte geht. So verputzt jeder Konsument in Deutschland pro Jahr 19,1 Kilogramm Äpfel, also rund 127 Stück. Österreicher beißen sogar noch öfter zu. Hier sollen es laut Statistik Austria 19,6 Kilogramm sein, das sind rund vier Äpfel mehr pro Jahr.

Die Gründe dafür, warum Äpfel in beiden Ländern seit Jahren auf Platz eins der beliebtesten Früchte liegen, sind vielfältig. Äpfel sind fast überall erhältlich und werden auch unterwegs gerne als Snack zwischendurch gegessen. Zudem hat der Apfel nicht nur als rohe Frucht eine lange Tradition, sondern auch in der Küche, wo er zu Köstlichkeiten wie Bratapfel, Apfelstrudel, Apfelmus, Kompott oder als Zutat in Salaten, Rotkohl/Rotkraut und vielen anderen Gerichten verarbeitet wird.

Hinzu kommt: Äpfel punkten nicht nur mit ihrer Geschmacksvielfalt, die durch unterschiedlichste Zusammensetzungen von mehreren Hundert Aromen entsteht. Sie versorgen den Körper auch mit vielen lebensnotwendigen Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen. Die meisten gesundheitsfördernden Nährstoffe sind übrigens in der Schale enthalten.

Mehr als 12.000 Jahre alt

Bis der Apfel bei uns Karriere machen konnte, musste er einen langen Weg hinter sich bringen. Denn ursprünglich kommt er aus Asien, wo er bereits 10000 vor Christus kultiviert wurde. Nach Süd- und Osteuropa fand er dann in der Antike über Handelsstraßen. Kurz darauf bauten Griechen und Römer selbst erste Apfelsorten an. Im Zuge der römischen Feldzüge während der ersten Jahrhunderte nach Christus gelangte er schließlich auch nach Mittel- und Nordeuropa.

Die beliebtesten Apfelsorten in Deutschland und Österreich

Die heutigen Apfelsorten sind allerding wesentlich jünger. Zum Beispiel der Elstar, der mit einem Marktanteil von 20 Prozent der beliebteste Apfel in Deutschland ist. Der gelblich-rote Apfel mit seinem festen, leicht säuerlichen Fruchtfleisch ist 1955 durch eine Kreuzung der Sorten Golden Delicious und Ingrid Marie entstanden. Offiziell im Handel ist er seit 1975.

Ein paar Jahre älter ist eine der beliebtesten Apfelsorten Österreichs der kleine, geschmacksintensive Gala. Er stammt aus Neuseeland, wo er 1934 durch eine Kreuzung von Cox Orange, Red Delicious und Golden Delicious gezüchtet wurde. In den Verkauf gelangte der Gala erst 36 Jahre später. In Österreich und Deutschland fast gleichermaßen beliebt sind der süß-aromatische Golden Delicious, der fein-säuerliche Jonagold und der süß-säuerliche Braeburn. Zu den drei beliebtesten Apfelsorten Österreichs zählt außerdem der mild-säuerliche Idared.

Äpfel werden in Deutschland auf einer Fläche von 34.000 Hektar angebaut, was ungefähr der Fläche von ganz Mallorca entspricht. In Österreich reifen Äpfel auf rund 6.000 Hektar, über 10 Prozent dieser Fläche werden biologisch bewirtschaftet. In Sachen Apfel ist Österreich damit Bio-Europameister: Einer von sieben europäischen Bioäpfeln stammt aus der Alpenrepublik.

Hätten Sie es gewusst?

  • Es dauert fünf Jahre, bis Apfelbäume erstmals Früchte tragen. Dafür können Apfelbäume bis zu 100 Jahre alt werden.
  • Ein Apfel besteht zu 85 Prozent aus Wasser.
  • Der älteste dokumentierte Kulturapfel ist vermutlich der Borsdorfer Apfel. Er wurde erstmals 1170 von den Zisterziensern erwähnt.
  • Äpfel gehören botanisch zur gleichen Familie wie Birnen, Himbeeren, Kirschen und Rosen.
  • Die optimale Lagertemperatur von Äpfeln ist ca. drei Grad Celsius. Bei Raumtemperatur reifen sie bis zu zehnmal schneller.
  • Streuobstwiesen bieten über 5.000 Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und gehören damit zu den artenreichsten Biotopen der Natur.
  • Äpfel sollten immer abseits von anderem Obst oder Gemüse gelagert werden. Der Grund: Sie verströmen Ethylengas, das die Reifung von anderem Obst und Gemüse beschleunigt.

Für den Vorrat: Winteräpfel

Wer einen kühlen Lagerraum im Keller oder in der Garage hat, kann Äpfel über mehrere Monate einlagern – bis in den Frühling hinein. Gut lagerfähig sind Äpfel aus der Familie der Renetten, die über Monate knackig im Biss bleiben und das volle Aroma erst nach einer gewissen Lagerzeit erreichen. Trocknen ist ebenfalls eine gute Methode, um Äpfel zu verwerten. Knusprige Apfelchips oder -ringe lassen sich ganz einfach und ohne Konservierungsstoffe herstellen. Das Trocknen erfolgt im Backrohr, in einem Dörrapparat oder aufgefädelt an der Luft.